Produktion

Wellpappenanlage (WPA)

Das Herzstück unserer Wellpappenproduktion ist unsere rund 120 Meter lange Wellpappenanlage (WPA) – damit entspricht ihre Länge ungefähr der eines Fußballfeldes. Auf ihr fertigen wir Wellpappe in hoher Geschwindigkeit, großen Formaten und unterschiedlichen Ausführungen für die anschließende Weiterverarbeitung.

Mit einer Jahresleistung von bis zu 150 Millionen Quadratmetern gehört die Anlage zu den zentralen Produktionsaggregaten unseres Standorts. Je nach Produkt und Auftrag erreicht sie Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 350 Metern pro Minute. Die maximale Arbeitsbreite beträgt 2.800 mm. Verarbeitet werden Bogenformate von 250 × 500 mm bis zu 2.760 × 6.000 mm. Die nutzbare Arbeitsbreite liegt – abhängig von Format und Produktion – zwischen etwa 2.300 und 2.785 mm. Auch Pre-Print-Materialien mit Passermarkensteuerung können auf der Anlage verarbeitet werden.

Für Verpackungen mit komfortabler Öffnungsfunktion können bereits während der Wellpappenherstellung Aufreißstreifen integriert werden. Über die maximale Arbeitsbreite sind bis zu sechs Streifen gleichzeitig möglich. Verarbeitet werden Streifenbreiten von 4 bis 25 mm; die Breiten 4 mm und 15 mm halten wir standardmäßig auf Lager.

Für Bogenformate beträgt unsere Mindestauftragsgröße 300 m² beziehungsweise 100 Laufmeter. Kurze Produktions- und Durchlaufzeiten ermöglichen dabei in vielen Fällen eine Lieferzeit von etwa zwei bis vier Tagen.

Stanzen

In unserer Stanzabteilung bringen wir Wellpappe präzise in Form. Hier entstehen aus den produzierten Wellpappenbogen individuelle Verpackungszuschnitte, Konturen, Aussparungen und konstruktive Details für unterschiedlichste Verpackungslösungen.

Zum Einsatz kommen leistungsfähige Flachbettstanzen, mit denen wir Bogenformate von bis zu 1.500 × 2.100 mm verarbeiten können. Je nach Anlage lassen sich Materialstärken von rund 0,75 mm bis 9 mm zuverlässig stanzen.

Für einen stabilen und präzisen Produktionsprozess sind unsere Anlagen mit verschiedenen technischen Systemen ausgestattet. Dazu gehören unter anderem Prefeeder für eine kontinuierliche Bogenzufuhr, eine Bogenwinkelkorrektur zur exakten Ausrichtung sowie eine Schleppnutzen-Auslagebremse für eine kontrollierte Ablage der gestanzten Bogen.

Ergänzt wird die Ausstattung durch Polyauslagen und ein Online-View-System, mit dem der Produktionsprozess überwacht und die Qualität während der Fertigung kontrolliert werden kann.

Durch die Kombination aus großem Formatbereich, hoher Materialflexibilität und automatisierten Zuführ- und Kontrollsystemen können wir sowohl einfache Verpackungszuschnitte als auch komplexe Stanzkonstruktionen zuverlässig und präzise fertigen.

Drucken

Für die Bedruckung unserer Wellpappenverpackungen stehen unseren Kunden verschiedene hochwertige Druckverfahren zur Verfügung. Je nach gewünschter Auflage, Gestaltung und Druckqualität bieten wir Flexodruck, Offsetdruck sowie Flexo-Preprint als auch Digital-Preprint an. So lassen sich sowohl einfache Kennzeichnungen als auch aufwendige, mehrfarbige und fotorealistische Druckbilder realisieren.

Im Flexodruck können Verpackungen ein-, zwei-, drei- oder vierfarbig bedruckt werden. Dabei handelt es sich um ein Hochdruckverfahren, bei dem die druckenden Bereiche aus einer elastischen Polymer-Druckplatte hervorstehen. Das Prinzip ähnelt vereinfacht einem Stempeldruck. Verarbeitet werden Formate von bis zu 1.270 × 2.032 mm.

Für besonders hochwertige und fotorealistische Druckbilder eignet sich der Offsetdruck. Dabei wird zunächst ein vorgedruckter Bogen hergestellt, der anschließend in unserer Produktion auf die Wellpappe kaschiert und weiterverarbeitet wird. Das Verfahren ermöglicht eine sehr feine Darstellung von Bildern, Farbverläufen und Details und eignet sich deshalb besonders für anspruchsvolle Verkaufs- und Präsentationsverpackungen.

Eine weitere Möglichkeit ist der Flexo-Preprint. Hier wird die spätere Außendecke der Wellpappe bereits vor der eigentlichen Wellpappenherstellung auf Rolle bedruckt. Anschließend wird das vorgedruckte Papier in unserer Wellpappenanlage mit der Welle und der Innenbahn verbunden. Preprint ermöglicht hochwertige, gleichmäßige Druckbilder auch bei größeren Produktionsmengen. Verarbeitet werden dabei Formate bis 2.060 mm HL.

Durch die Kombination dieser Druckverfahren können wir die Gestaltung gezielt an die Anforderungen des jeweiligen Produkts, der Verpackung und des Markenauftritts anpassen.

Kleben

In unserer Klebeabteilung werden die gestanzten Zuschnitte zu fertigen Verpackungen weiterverarbeitet. Dafür stehen uns drei Faltschachtel-Klebemaschinen sowie eine vollautomatisierte Klebelinie zur Verfügung. Je nach Konstruktion können wir klassische Längsklebungen sowie Drei-, Vier- und Sechspunktklebungen realisieren.

Verarbeitet werden Formate von bis zu 1.300 × 2.080 mm. Für komplexere Faltschachtelkonstruktionen stehen Anlagen für bis zu 6-Punkt-Klebungen zur Verfügung. Eine unserer Maschinen verarbeitet dabei Formate bis 1.030 × 1.575 mm und ist mit einem Preset-System ausgestattet, das eine reproduzierbare und effiziente Maschineneinstellung unterstützt.

Ein besonderer Fokus liegt auf der zunehmenden Automatisierung unserer Klebeprozesse. An der vollautomatisierten Klebelinie werden das Einlegen und die Abnahme der Verpackungen robotergestützt durchgeführt. Dadurch lassen sich auch größere Stückzahlen gleichmäßig, effizient und mit reduziertem manuellem Handling verarbeiten.

Je nach Produkt und nachgelagertem Prozess können Verpackungen anschließend gebündelt und automatisiert palettiert werden. Die technische Auslegung erlaubt dabei ein breites Spektrum unterschiedlicher Verpackungsgrößen und unterstützt einen durchgängigen Produktionsprozess vom flachen Zuschnitt bis zur versandfertigen Einheit.

Kaschieren

Beim Kaschieren werden bedruckte oder unbedruckte Bogen mit Wellpappe verbunden. So lassen sich hochwertige Oberflächen mit der Stabilität und Schutzwirkung von Wellpappe kombinieren.

In unserer Produktion können wir Formate bis 1.200 × 1.620 mm verarbeiten. Möglich sind sowohl einwellige als auch doppelwellige Qualitäten.

Je nach Anforderung können dabei sowohl offene Welle als auch geschlossene Welle kaschiert werden. Dadurch lassen sich unterschiedliche Verpackungskonstruktionen, Materialaufbauten und optische Anforderungen flexibel umsetzen.

Das Kaschieren eignet sich besonders für Verpackungen, bei denen hochwertige Druckbilder, besondere Oberflächen oder eine erhöhte Stabilität gefragt sind.

Recycling

Auch Produktionsreste werden bei uns konsequent in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt. Anfallende Pappe- und Papierreste aus der Produktion werden gesammelt und in unseren Altpapierpressen zu kompakten Ballen verpresst.

Der Abtransport erfolgt besonders effizient: LKW, die neues Papier zu unserer Produktion liefern, nehmen auf dem Rückweg gepresstes Altpapier mit zur Papierfabrik. Dort wird das Material aufbereitet und als Rohstoff für die Herstellung von neuem Papier genutzt.

So entsteht ein möglichst geschlossener Kreislauf: Papier kommt als Rohstoff zu uns, wird zu Wellpappe und Verpackungen verarbeitet und Produktionsreste gelangen zurück in die Papierherstellung. Gleichzeitig werden Leerfahrten reduziert und vorhandene Transportwege sinnvoll genutzt.

Materialfluss

Ein effizienter Materialfluss verbindet die einzelnen Produktionsbereiche miteinander und sorgt dafür, dass Wellpappenbogen, Zuschnitte und fertige Verpackungen möglichst automatisiert durch unsere Produktion transportiert werden.

Über ein System aus Förderbändern werden die Produkte zwischen den verschiedenen Bearbeitungs- und Verpackungsstationen weitergeleitet. Palettenspender stellen automatisch die benötigten Leerpaletten bereit, während zwei Transferwagen den innerbetrieblichen Transport zwischen unterschiedlichen Anlagen und Produktionsbereichen übernehmen.

Ergänzt wird das System durch Inserter, die definierte Materialien oder Zwischenlagen automatisiert in den Produktionsprozess einbringen können. Für die anschließende Versandvorbereitung stehen Packpressen und Bündelmaschinen zur Verfügung. Sie sorgen dafür, dass die produzierten Verpackungen kompakt zusammengefasst, gesichert und für den weiteren Transport vorbereitet werden.

Durch das Zusammenspiel dieser Systeme entsteht ein weitgehend durchgängiger Materialfluss – von der Produktion über die Weiterverarbeitung bis hin zur gebündelten oder palettierten Ware.

Produktionshalle

Unsere Produktionshalle am Laubacher Weg 14–16 in Diemelstadt-Rhoden wurde 2011 errichtet. Heute stehen uns dort insgesamt rund 26.000 m² Produktionsfläche zur Verfügung. Davon kamen im Zuge einer Erweiterung im Jahr 2017 weitere 10.000 m² hinzu.

Der Ausbau wurde notwendig, um auf die gestiegene Nachfrage und den damit verbundenen höheren Produktionsbedarf reagieren zu können. Die neue Halle wurde in Fertigteil-Skelettbauweise errichtet und an zwei Seiten direkt an die bestehende Produktionshalle angebunden. Im Neubau entstand Platz für neun zusätzliche Fertigungsstränge und damit für eine deutliche Erweiterung unserer Produktionskapazitäten.

Ein besonderes architektonisches Merkmal ist die transluzente Fassade aus Mehrfach-Stegplatten mit Stahl-Unterkonstruktion. Sie nutzt das natürliche Tageslicht und sorgt sowohl im Innen- als auch im Außenraum für wechselnde Lichteffekte. Je nach Tageszeit und Beleuchtung verändert die Halle dabei ihren Charakter: Sie kann von innen heraus leuchten, ihre Umgebung spiegeln und sich optisch in diese einfügen oder dezent in den Hintergrund treten.

So verbindet die Produktionshalle eine hohe industrielle Funktionalität mit einer außergewöhnlichen und zugleich lichtdurchlässigen Architektur.

Kennzahl Wert
Maximales Format 1.500 × 2.100 mm
Materialstärke ca. 0,75–9 mm